Innehalten und Aufatmen

 

Feldenkrais und Herzensgebet

Atem und Bewegung haben einen engen Zusammenhang, sie stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Die Atembewegung durchpulst unseren ganzen Körper in einem eigenen Rhythmus, der sich an die Anforderungen der jeweiligen Situation anpasst. Steht er im Einklang mit allen anderen Bewegungen des Körpers, so fühlen wir uns wohl.

Der Atem ist also ein feingestimmtes Messinstrument für unser Befinden, unsere innere Gestimmtheit.

Was stört den natürlichen Fluss des Atems?
Wann verhalten den Atem, halten wir uns zurück, schließen uns damit ab vom Leben?

Wir halten die Luft an, zum Beispiel bei starker Konzentration oder in Situationen, in denen wir uns nicht wohlfühlen. Unsere zum Teil unbewussten Spannungen engen die Atemräume ein, verschließen Durchgänge, Bewegungsgewohnheiten können den Atem behindern. Eile und Hetze – da ist keine Zeit mehr zum Durchatmen …

Wie finden wir zurück zu einem natürlichen Rhythmus unseres Atems? Wie können wir unseren Atem wieder befreien?

Eine Atemtechnik ist sicher nicht geeignet, es braucht einen anderen Weg.

Innehalten und uns dem zuwenden, was da in uns ist – mit dem Atem sein – uns Zeit nehmen und aufmerksam wahrnehmen, geschehen lassen, was von innen her geschehen will, um uns zu regulieren und neu zu ordnen.

Aufatmen – das ist das Zeichen, dass sich im Inneren etwas gelöst hat, etwas wieder frei geworden ist und wir nun den neuen Lebensatem empfangen können.

Hinzu kommt die geistige Dimension; wenn uns bewusst wird, dass wir mit jedem Atemzug den Atem Gottes neu empfangen, den Odem, der uns das Leben schenkt.

Inspiration (lat.) heißt Einatmen – Einatmen des göttlichen Atems - mit der Sehnsucht, dass mit dem Atem der Geist Gottes auch in uns einströmen, uns bewegen … und uns begeistern will.

Stichworte: Achtsamkeit, Bewegung, Feldenkrais, Wahrnehmung, Stille, für Anfänger geeignet, Übungstag

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